- NACHBARSCHAFT -
Das ist „Bier Bernd“. Einer der Gewinner der Demo am Donnerstag. Vor seinem Späti hat diese längere Zeit angehalten, denn der befindet sich in einem der sogenannten „Padovicz Häuser“. Drei Kühlschränke voll mit Getränken wurden von den Demonstrierenden leergekauft, der Kassenzettel hing fast bis auf den Boden. Aber auch Bernd macht sich natürlich Sorgen um seine Zukunft. Lange wird sein Geschäft in dem Haus nicht mehr bleiben können. Seit 2010 ist er da. Er selbst wohnt in Karlshorst. Für seinen Vermieter Gijora Padovicz findet er Worte, die hier nicht wiedergegeben werden können. Auch auf den Bezirk, die Stadt und die Politik ist er nicht gut zu sprechen. Da ist Korruption im Spiel, ist er sich sicher. „Es werden öffentliche Räume vernichtet. Nur für Politikerinteressen. Diese Politik macht das Land kaputt. Kein Mensch braucht dieses Aquarium hier.“ Er ruft: „Sozialen Wohnraum, den brauchen wir hier!“ Einige Mietende der „Padovicz Häuser“ haben sich zusammengeschlossen. Sie wollen ihre Verdrängung verhindern. Der Bezirk plant bereits, sie „umzusetzen“ – um Platz für die Bebauung zu schaffen. Auf der Demo hieß es, Padovicz würde absichtlich zehn Wohnungen leerstehen lassen, um mit neuen Fördermitteln des Landes sanieren zu können. Mietende haben Schreiben erhalten mit der Ankündigung, dass sich die Miete 2020 von rund fünf Euro auf 14 Euro erhöhen wird. Die Unternehmensgruppe sagte dazu am Freitag: Nichts. Ich hab angerufen, sie wollten zurückrufen … haben sie nicht. Dabei täte das Unternehmen gut daran, sich mal zu äußern. Die Liste der Padovicz-Immobilienattentate ist lang, die Demonstrierenden sprechen von der „Wohnraumvernichtungsmaschine“. Der Kiezkneipe „Kptn“ in der Simon-Dach-Straße beispielsweise wurde gekündigt. Die stand jetzt zwei Jahre leer. Letzte Woche hat dort wohl wieder eine Bar eröffnet (ich bleibe an der Sache dran und seh mir das mal näher an). Am Kotti musste wohl eine Wohngruppe demenzkranker Rentner*innen weichen. Auch einem Anarcho-Hausprojekt in der Liebig 34 droht die Räumung durch P. Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-r.klages@tagesspiegel.de
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- NAMEN & NEUES -
BVV wegen Ostkreuz-Demo abgesperrt. Es war keine normale BVV. Meinte auch Vorsteher Rainer Bosse (Linke). Bis zu 2000 Demonstrierende waren gegen die Bebauungspläne am Ostkreuz von dort bis zur BVV gezogen. Hier einige Fotos. „Kapitalismus wegbassen“ war das Motto. „Kein Gott, kein Staat, kein Aquapark.“ In die BVV durften die Demonstrierenden dann jedoch nicht mehr. Eigentlich ist es eine öffentliche Veranstaltung. Aufgrund der angekündigten Demo hatte der Hausherr der Max-Taut-Aula jedoch eine begrenzte genehmigte Platzzahl (65) ausgesprochen. Ich musste meinen Presseausweis vorzeigen. Auch Bezirksverordnete hatten teilweise Schwierigkeiten, hereingelassen zu werden. Dass nur so wenig Plätze genehmigt wurden, stieß auf Kritik. In der Aula war durchaus noch Platz, zur Bürger*innenmeister*innenwahl beispielsweise wurden mehr Leute reingelassen, die auch stehen durften. „Wollen Sie 2000 Leute hier drin haben?“, sagte ein Mann am Eingang, der angab, der Hausherr zu sein, zu einem Politiker. „Übernehmen Sie dann die Verantwortung?“ Demo-Veranstalter Florian Hackenberg hatte es hinein geschafft. „Da hätten noch Leute reingepasst. Das ist eine Aula“, meinte er. Er überreichte der BVV eine Liste mit 5000 Unterschriften. Gefordert wird ein Nutzungskonzept von und für die Bürger*innen, mit einem Fokus auf öffentliche Freiräume. „Wir haben nicht die Absicht, etwas hinter verschlossenen Türen zu bereden“, sagte Vorsteher Bosse. Es gebe noch den Livestream der BVV. Während draußen vor der Aula der Demo-Bass wummerte, wurden im Inneren allerlei Themen besprochen – von Kitamangel bis zum Bezirkshaushalt. Nur über den Antrag zum Bebauungsplan Ostkreuz wurde nicht abgestimmt. Und deswegen waren die Demonstrierenden ja eigentlich da. Allerdings war im Vorfeld klar gewesen, dass der Antrag zurückgezogen wurde, da er, so Baustadträtin Birgit Monteiro (SPD), noch hinsichtlich Infrastruktur und Lärmschutz nachgebessert werden müsse. Dass gar nicht abgestimmt werden würde, war also klar – ich hatte hier auch dementsprechend berichtet. Demo-Veranstalter Hackenberg sagte, man habe nicht damit gerechnet, dass über den B-Plan abgestimmt werde. Mit der Demo ist er aber trotzdem voll zufrieden. Man habe ein Zeichen gesetzt. Die große Beteiligung wunderte ihn nicht. „Das Thema geht ja ganz Berlin was an.“ Die Demonstration habe eine gewisse Eigendynamik entwickelt. „Am Ende entscheidet die BVV über den B-Plan“, sagte dann Monteiro nochmal ganz klar. Nur wann? Vermutlich nicht mehr in diesem Jahr, meinte BM Michael Grunst (Linke). Er machte noch einmal deutlich, dass die BVV keinen B-Plan Ostkreuz beschließen werde, wenn die Kita- und Schulplatzfrage in dem Gebiet nicht abschließend geklärt sei. „Da können Sie sich sicher sein.“ „Das Ostkreuz und die Rummelsburger Bucht sind zentrale Orte von stadtpolitischer Bedeutung und sollten deshalb auch entsprechend den Leitlinien zur Entwicklung von Stadtquartieren – wie im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün vereinbart – entwickelt werden“, sagt Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus. „Ich plädiere für einen Neustart der Planungen, unter besonderer Einbeziehung der Menschen, die vor Ort wohnen, arbeiten oder sich erholen.“ Ich wage noch eine Prognose. Es ist mehr so ein Gefühl, ein Kitzeln im kleinen, linken Zeh: Die „Padovicz-Häuser“ werden besetzt. Noch in diesem Jahr. So, wie der ehemalige Freibeuter besetzt wurde. Das ist Teil der Eigendynamik in Berlin. Wem die Stadt gehört - Interview mit Baustadträtin Monteiro. Wem gehört die Stadt? Diese allgegenwärtige Frage wollen meine Tagesspiegel-Kolleg*innen klären. Da haben sie sich viel vorgenommen und bitten um Unterstützung. Es ist eine groß angelegte „Bürgerrecherche“. Bitte mitmachen. Hier ein paar Infos: – Der Anteil an Mietwohnungen ist nirgendwo größer als in Lichtenberg mit 95,9% (Berlin: 84,9%). – Gleiches gilt für den Anteil der mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungen mit 17,4% in Lichtenberg (Berlin: 12,8%). – Dagegen war die Umwandlungsquote in Prozent des Mietwohnungsbestandes mit 0,07% nirgendwo geringer (Berlin: 0,81%) – Etwa 2/3 der Wohnungen in Lichtenberg sind im Besitz von Landeseigenen Wohnungsgesellschaften bzw. Genossenschaften. (Quelle: Bezirksamt/ Monteiro) Stadträtin Birgit Monteiro im Interview zum Thema: Wie oft haben sich in der aktuellen Legislaturperiode Mieter*innen oder Mieter*innengemeinschaften an das Bezirksamt gewandt, weil ihr Haus verkauft wurde oder sie ein Verkauf bevorstand? Es hat sich bisher einmal eine Mietergemeinschaft an das Bezirksamt gewandt, weil das Haus zum Verkauf stand. In dem Fall bestand allerdings kein Vorkaufsrecht. Bisher wurde im Rahmen einer vom Eigentümer beabsichtigten Modernisierung eine Abwendungsvereinbarung abgeschlossen. Wie viele Personen sind für die Bearbeitung dieser Fälle im Bezirksamt zuständig? Musste für die Bearbeitung von Vorkaufsfällen neues Personal eingestellt werden? Direkt zuständig ist hierfür eine Person im Fachbereich Stadtplanung. Sofern Fälle bekannt werden, werden bedarfsbezogen weitere Mitarbeiter*innen hinzugezogen. Da Vorkaufsfälle in Lichtenberg bislang nicht regelmäßig und nicht in großer Zahl vorkommen, war eine dauerhafte Einstellung zusätzlichen Personals bislang nicht notwendig. Wir sind aber bereit, im Fall der Fälle entsprechend zu reagieren. Welche Mieter*inneninitiativen haben sich an das Bezirksamt gewandt? Das Bezirksamt erstellt keine statistische Auswertung über alle Kontaktaufnahmen. Es kommt gelegentlich vor, dass sich einzelne Mieter*innen, in der Regel telefonisch, aber auch über Soziale Medien, bei verschiedenen Stellen des Bezirksamtes erkundigen, weil sie Gerüchte gehört oder konkrete Informationen ihres Vermieters erhalten haben. Fälle, bei dem ein Verkauf inzwischen stattgefunden hat, gab es bisher nur einmal in dem eingangs genannten Fall. Hier besteht auch eine Mieterinitiative. Weitere Mieterinitiativen gibt es in Häusern der Deutsche Wohnen (u.a. an der Landsberger Allee), im Weitlingkiez sowie in der Hauptstraße 1g-i an der Rummelsburger Bucht. Weitere wichtige Frühwarner*innen sind der Mieterverein und das Institut für Sozialplanung. Das Bezirksamt arbeitet außerdem eng mit den Mieterbeiräten und dem Mieterrat der Howoge zusammen. Die vielfältige Zusammenarbeit mit Vertreter*innen der Mieter findet u.a. ihren Niederschlag im Runden Tisch Mieten. Gesprächsbedarf besteht oft zu Modernisierungen. Was steht in einer Abwendungserklärung drin und wie wird der Inhalt bestimmt? In der genannten Abwendungsvereinbarung ging es um eine Modernisierung. Nach Gesprächen mit den Mietern wurde darin vereinbart, welchen Mietern die damit verbundene Modernisierungsumlage wirtschaftlich nicht zuzumuten ist und diese daraufhin davon ausgenommen sind. Damit wurden diese Mieter von einer Verdrängung geschützt, was der Zielrichtung der Milieuschutzsatzung entspricht. Haben die Mieter Einsicht in die Abwendungserklärung? Ja. Monteiro ergänzt: Was in der Debatte oft zu kurz kommt: Das Mittel der Milieuschutzsatzung ist dafür da, Verdrängung zu verhindern. Reguläre Mieterhöhungen lassen sich damit leider nicht verhindern. Was wir eigentlich bräuchten, wären vom Bezirk bzw. vom Land festzulegende Mietobergrenzen. Dafür braucht es aber eine Änderung der Bundesgesetze.  FDP für die Einführung eines Baulückenkatasters. Die Freien Demokraten fordern, die Erfassung von Brachflächen im Bezirk mittels eines Baulückenkatasters einzuführen. In diesem sollen – öffentlich einsehbar – Baulücken und Flächen im privaten und öffentlichen Besitz ersichtlich sein, die für eine künftige Bebauung zur Verfügung stehen. Dirk Gawlitza, Bezirksvorsitzender: „Mit einem Baulückenkataster könnten sowohl der Bezirk als auch private Investoren auf einen Schlag die Flächenpotentiale des Bezirkes erkennen und nutzen.“ Hintergrund ist die Antwort des Bezirksamtes auf eine Einwohnendenanfrage des FDP-Mitgliedes Marcel Otto zum Stand der Bebauung an der Wollenbergstraße 5. Das Bezirksamt hatte erklärt, es befinde sich gerade noch auf der Suche nach einem geeigneten Schulstandort und ein solches Verfahren dauere nun mal seine Zeit.  Eure Meinung für euren Kiez: Jugend-BVV. Jugendliche sollen an politischen Prozessen beteiligt werden. Eines der Beteiligungsformate ist die bevorstehende so genannte Jugend-Bezirksverordnetenversammlung (Jugend-BVV). Ziel des Projektes ist es, Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren demokratisches Handeln und Mitsprache zu ermöglichen. Die Demokratie als Staatsform soll so für Jugendliche direkt in ihrem Bezirk und unmittelbaren Lebensumfeld erfahrbar gemacht werden. Viele Jugendfreizeiteinrichtungen haben sich zwischen September und Oktober gemeinsam mit den Jugendlichen Gedanken darüber gemacht, wie und womit sie die Politik beraten wollen. Wichtig war, dass sich die beteiligten Jugendlichen freiwillig bereit erklärten und demokratisch ausgewählt wurden. Sie wurden anschließend zur Jugend-BVV entsandt, um dort am Samstag, 10. November, ihre Ergebnisse einzubringen. Die Jugend-BVV am 10. November findet in Form eines „Barcamps“ statt. Dort werden die Jugendlichen ihre Ideen und Ergebnisse einspeisen und sich zu themenspezifischen Gruppen (Sessions) einordnen können. Ihnen werden Kommunalpolitiker*innen zur Seite gestellt, die aus den entsprechenden Fachausschüssen des Bezirkes entsendet werden. Der BVV-Vorsteher pflegt die Ergebnisse der Jugend-BVV anschließend in die Erwachsenen-BVV ein. Die Jugendlichen werden sowohl in die Erwachsenen-BVV-Sitzung eingeladen, in der ihr Antrag verhandelt wird, als auch in die entsprechenden Fachausschüsse. Interessierte Jugendliche können sich an eine der Jugendfreizeiteinrichtungen in ihrer Nähe oder direkt an Manuela Elsaßer wenden: Bezirksamt Lichtenberg. Abt. Familie, Jugend, Gesundheit und Bürgerdienste. Koordinatorin für Kinder -und Jugendbeteiligung. Telefon: 030 / 90 296 -6303. E-Mail: manuela.elsasser@lichtenberg.berlin.de Gedenkstätten-Beirat untersützt eingeleiteten Kulturwandel. Der Beirat der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat sich in seiner Sitzung mit der aktuellen Situation und den Perspektiven der Gedenkstätte Hohenschönhausen befasst. Dazu fasste der Beirat folgende Beschlüsse: - Der Beirat hat sich in seiner Sitzung am 19.10.2018 durch den Vorsitzenden und die stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats umfassend über die Hintergründe der getroffenen Entscheidungen informieren lassen.
- Der Beirat äußert seine Hochachtung vor den Frauen, die mit ihrer Initiative dazu beigetragen haben, die sexuellen Belästigungen in der Gedenkstätte bekannt zu machen.
- Der Beirat unterstützt den vom Stiftungsrat eingeleiteten Kulturwandel.
- Der Beirat sieht sich mit dem Stiftungsrat einig, die inhaltliche Arbeit der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen fortzuführen und insbesondere die Zeitzeugenarbeit als konstitutives Element in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zu verstehen.
- Der Beirat bietet allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen seine Unterstützung an und würdigt das Engagement und die professionelle Qualität der in der Gedenkstätte Tätigen.
 Integrationspreis an Frau, die womöglich abgeschoben wird. Den diesjährigen bezirklichen Integrationspreis erhalten Monique Mathis, Mitarbeiterin der Wohnungsbaugesellschaft Howoge, und Arwa Almohaden und das Projekt „Get connected mit Arwa“ des Frauentechnikzentrums. Als Preisträger*innen wurden in diesem Jahr Projekte, Initiativen, Institutionen, aber auch Einzelpersonen gesucht, die sich der Arbeit mit Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung verschrieben haben. Howoge-Mitarbeiterin Monique Mathis unterstützt Frauen und ihre Familien, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, bei der Wohnungssuche. Auch Arwa Almohaden ist im Bezirk aktiv: 2015 flüchtete sie mit ihrer Familie aus dem Irak nach Deutschland. Im Projekt „Get connected mit Arwa“ vermittelt sie arabischsprachigen Frauen den Umgang mit den digitalen Medien sowie IT-Basiswissen mit dem Ziel, dass die Kursteilnehmerinnen schnell auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen können. „Sie unterstützt damit selbstlos die Integration dieser Frauen und dafür bin ich ihr dankbar. Ich hoffe inständig, dass der Asylantrag der Familie positiv beschieden wird“, sagt BM Michael Grunst. Denn, es ist nicht sicher, ob Almohaden in Deutschland bleiben kann.
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Honeckers bekommen auf „Gedenkstätte der Sozialisten“ keinen Platz. Der Enkel wollte die Großeltern auf der „Gedenkstätte der Sozialisten“ bestatten lassen. Aber das geht nicht. Warum? tagesspiegel.de Fast eine Woche Ersatzverkehr im Osten der Stadt. Wegen Bauarbeiten sperrte die S-Bahn seit Freitagabend Teile der Linien S5, S7 und S75 ab Lichtenberg. Fahrgäste müssen auf Busse umsteigen. tagesspiegel.de
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- POLIZEI -
Mieter bei Wohnungsbrand lebensgefährlich verletzt. Bei einem Wohnungsbrand am Sonntagabend in Friedrichsfelde wurde der Mieter der Brandwohnung lebensgefährlich verletzt. Eine Nachbarin alarmierte gegen 21.30 Uhr die Polizei und Feuerwehr in die Baikalstraße, als sie die Rauschschwaden aus der über ihr liegenden Wohnung sah. Einsatzkräfte fanden während der Brandlöschung den 75-jährigen Mieter in der Wohnung und begannen sofort mit der Reanimation des Mannes. Er kam zur weiteren intensivmedizinischen Behandlung in ein Krankenhaus. Gleich mehrere Wohnungen mussten während der Löscharbeiten durch die Einsatzkräfte geöffnet werden. Eine 50-jährige Mieterin erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung, die ambulant behandelt werden musste. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes führt die Ermittlungen zur Brandursache, die derzeit noch unklar ist. berlin.de  Apotheke ausgeraubt. Zwei Mal wurden am vergangenen Freitag in Berlin Geschäfte von Unbekannten ausgeraubt. In Lichtenberg forderte nach Polizeiangaben ein Mann gegen sieben Uhr abends eine 33-jährige Mitarbeiterin einer Apotheke auf, das Geld herauszugeben. Dabei bedrohte er sie laut einer Polizeisprecherin mit einem Messer. Die Inhaberin der Apotheke in der Falkenberger Chaussee, die ebenfalls anwesend war, gab nach und steckte das Geld in den Rucksack des Unbekannten. Der Räuber entkam. tagesspiegel.de
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- KIEZKAMERA -
Hier noch mein Lieblingsfoto von der Demo am Donnerstag. Mehr Fotos gibt es auch hier und hier und hier. Fotografieren Sie in Ihrem Kiez oder anderswo in Berlin? Senden Sie Ihre Entdeckungen an leserbilder@tagesspiegel.de! Anregungen finden Sie hier: Zettel, Ruinen, gefährliche Radwege, Fassaden, Street Art, wilde Tiere – oder historische Fotos.
- KULTUR -
Akt-Performance auf ehemaligem Busbahnhof. Die Künstlerin Finja Sander hab ich mal zufällig auf dem jährlichen Rundgang der Universität der Künste getroffen. Sie lag da nackt auf dem Boden – der Security gefiel das nicht so gut. Sie macht Performance-Kunst – diesmal mit ihrem Tau. Am Samstag hatte sie eine Performance am ehemaligen Busbahnhof am Weißenseer Weg angekündigt. Das verlassene Gelände ist umzäunt, daher muss man da erstmal rüber. Es kamen rund zehn UdK-Studierende, auch einigen Personen an der Tramstation schauten mal nach, was da los ist. Hier Fotos von der Aktion. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs sollen nächstes Jahr übrigens Wohnungen entstehen. Sander plant bereits die nächste Performance – diesmal an einem S-Bahnhof in Lichtenberg. Sie würde sich wünschen, dass die Leute ihre Bilder erstmal annehmen und wahrnehmen – ohne den Druck zu verspüren, eine Erklärung zu bekommen. Sie möchte das „reine Bild raussenden“. Es geht ihr um die Akzeptanz des Körpers als Gegenstand performativer Akte – nicht als Träger von Identität, Geschlechtszuweisungen, biografischen Elementen etc. Im Moment der Performance sei der Körper frei von jeglichen Zuschreibungen. Sander performt immer mit einem Gegenstand. In der UdK war es ein Rollbrett – diesmal ein Seil. Das Material wird was Lebendiges, es ist eine Auseinandersetzung – Körper und Material begeben sich auf eine Stufe. Zudem fand es diesmal außerhalb des Schutzraumes Kunst (UdK) statt, Premiere.
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- Robert Klages Tipp -
Die Band Noahs Boat will durchstarten. Cia Torun stellt sie uns vor. Angefangen hat, natürlich, alles in Lichtenberg. Noch bevor die Punks kamen. „Wir schreiben das Jahr 1990. Der Fall der Mauer liegt noch nicht mal ein Jahr zurück. Wir sind in Lichtenberg. Ein 9-Jähriger möchte noch nicht schlafen gehen. In der Abenddämmerung schaut er auf die verwitterten Altbauten im angrenzenden Viktoria Viertel. Er weiß, dort tragen sich abenteuerliche Dinge zu. Er ist in die verlassenen, offenen Häuser gestiegen. Bald werden herrlich schräge Vögel kommen und mit ihnen die Punks. Und mit den Punks die Musik. 1990 gibt es in Lichtenberg vor den Punks keine Musik. Es ist mucksmäuschen still dort. Die Gedanken der Menschen haben keinen Sound. Der Junge fragt sich nichts. Sein kindliches Herz sehnt sich nach etwas Großem. Die Punks fahren mit ihren zerschossenen Autos vor, lächeln niedlich und besetzen die verlassenen Häuser im Viktoria Viertel. Sie schreien die Scheiße raus auf die Straße. Kotzen die ganze negative Suppe der Erwachsenen aus. Und der Junge steht voll auf den Sound der neuen Revolte. Endlich ist es laut, endlich passiert mal was, endlich macht jemand das was war kaputt. Während Berlin im Aufbruch lebt, findet anderenorts eine kollektive Traumatisierung im zweiten Golfkrieg statt. George Bush Senior will sich, nach eigenen Aussagen, die Absolution zum Mord von Gott geholt haben. Wieder sterben Menschen. Ihre Körper werden liegen gelassen, zu einem Haufen zusammen gelegt. In den 90ern ist die Depression allgegenwärtig. Auch in Berlin Lichtenberg. Sie schwingt in den Herzen der Menschen, die in den Städten leben. Finster ist dieses neue ungute Lebensgefühl, es dringt in jede Faser der westlichen Zivilisation, in die Kinder und in deren Mütter und Väter. Der Junge kann es in seinem Herzen spüren. Es keimt in ihm der Gedanke, dem großen Schmerz der Zeit etwas entgegen zu setzen. Musik. 27 Jahre später, Gegenwart, Herbst 2018. Aus dem Jungen ist ein Mann geworden. Stefan Korgens ist der Gitarrist und kreative Kopf der Berliner Band Noahs Boat. Am 01. November erscheint ihr zweites Album „The Less You Love, The Less You Live.“ Die Gitarren singen von erloschenen Sternen und brennenden Sonnen und die Bässe dazu atmen tief. Der Takt erdet und treibt den Sound an Land. Die Melodien sind aus Traum gemacht. Aus den zarten Stimmen der Streicher werden elektronische Chöre. Aus Schwerelosigkeit gebärt sich Kraft. Vom Sterben und ewigen Werden erzählt diese Musik. Jens Treffurt an den Drums, Kevin Podehl am Sax, Percussion, Samples, Christopher Peyerl an der Gitarre und Tom Kranen am Bass.“ Am 27. Oktober um 20 Uhr präsentieren sie im Bi Nuu am Schlesischen Tor ihr neues Album. Hier mal reinhören.
- TERMINE -
Zeichnung, Druckgrafik und Animationsfilm. Jiří Šalamoun zählt zu den beliebtesten tschechischen Grafikern. Der inzwischen 83-Jährige wurde durch den Maxihund Fíps und andere beliebte Zeichentrickfiguren für das tschechische Kinderfernsehen bekannt. Vor einem Vierteljahrhundert schuf er die Figuren. Zu seinem künstlerischen Werk aber zählt viel mehr: Er arbeitet nicht nur an Animationsfilmen. Er ist auch Grafiker, Illustrator und Gestalter von Plakaten. Šalamoun gehört zur europäischen Spitze seines Fachs. Eröffnet wird die neue Ausstellung „Jiří Šalamoun. Hauptsache nichts schriftlich!“ am Mittwoch, 31. Oktober, um 19 Uhr in der Galerie 100, Konrad-Wolf-Straße 99. Zur Vernissage spricht der Künstler Franz Zauleck. Neben Plakaten, Illustrationen & freier Grafik sind Filme zu sehen – bis zum 13. Januar 2019.  Kolloquium "Konzept Zukunft". Am Sonnabend, 27. Oktober, lädt das Museum Lichtenberg von 10 bis 15 Uhr zum Kolloquium „Konzept Zukunft“ ein. Im Museum in der Türrschmidtstraße 24 werden die neuesten Forschungsergebnisse zur Geschichte Lichtenbergs vorgestellt. Themen sind die Geschichte der Frauen, die Migration von Minderheiten, die Sozialgeschichte, der Widerstand gegen die SED-Diktatur und die Sportgeschichte in Lichtenberg. Interessierte sind herzlich zum Kolloquium eingeladen. Der Eintritt ist frei. Das Programm im Detail: 10:00-10:15 Uhr Thomas Thiele (Museumsleiter) und Dirk Moldt (Archiv- und Sammlungsleiter) begrüßen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie sprechen über die wissenschaftliche Herausforderung einer neuen Dauerausstellung. Danach Pause 10:15-11:05 Uhr Mike Plitt: Politischer, kultureller und sozialer Widerstand gegen das SED-Regime in der DDR Thomas Irmer: Sozialgeschichte seit etwa 1800 bis heute, einschließlich einer Teilbetrachtung der Kriminalitätsgeschichte, danach Pause 11:15-12:05 Uhr Silke Kamp, Migrationsgeschichte Lichtenbergs und der dazugehörigen Ortsteile von der Frühen Neuzeit bis 1914 Astrid Homann: Migrationsgeschichte Lichtenbergs und der dazugehörigen Ortsteile 1914-2017 13:00-13:55 Uhr Dietlinde Peters: Frauen in Lichtenberg Christian Wolter: Sportgeschichte in Lichtenberg und Hohenschönhausen, danach Pause 14:00-14:55 Uhr Barbara Danckwortt: Euthanasie in der Städtischen Heil- und Pflegeanstalt Herzberge Thomas Irmer: Umgang mit Minderheiten, sozialen Randgruppen und Emanzipation in Lichtenberg Kleidersammelaktion. In der Woche vom 22. bis zum 26. Oktober 2018 sammelt der Lebensmut e.V. mit Unterstützung der CDUler Martin Pätzold und Danny Freymark im Kieztreff „Falkenbogen“ Bekleidung für Bedürftige. Matthias Ebert, Vorstandsvorsitzender des Vereins, und Pätzold haben diese Aktion vor ca. zehn Jahren gemeinsam ins Leben gerufen. Seitdem werden immer im Frühjahr und im Herbst solche Hilfsaktionen organisiert. Bürger*innen können im „Falkenbogen“ in der Grevesmühlener Straße 20 von 8.00 bis 18.00 Uhr (Freitag nur bis 14.00 Uhr, telefonisch erreichbar unter 030 96 06 32 33) ihre Kleiderspenden abgeben. Nach Abschluss der Sammlung werden die Spenden dem Verein „Menschen helfen Menschen“ übergeben, der diese dann in der Region verteilt. Die letzte Sammelaktion brachte drei Transporter mit insgesamt über 100 vollen Kleidersäcken. Arbeitseinsatz auf dem Biesenhorster Sand - Trockenrasenpflege. Großer Herbst-Pflegeeinsatz auf dem Biesenhorster Sand. Helfende Hände sind herzlich willkommen. Am 27. Oktober um 9 Uhr. umweltkalender-berlin.de
- SPORT -
Letzte Woche war ich mit dem CDU-Abgeordneten Danny Freymark in seinem Wahlkreis in Hohenschönhausen/Wartenberg unterwegs (Fotos). Freymark ist dort auch aufgewachsen, neben der „Zitrone“, wie ein Gebäude genannt wird. Hier sei einmal der einzige McDonalds Europas gewesen, der aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste. Soviel zur Lage. Aber Hohenschönhausen entwickelt sich. Mehr dazu bald. Nun zum Sport: Der Wartenberger SV würde gerne Zaunwerbung anbringen – darf aber nicht. So ähnlich wie Bandenwerbung, eigentlich üblich. Doch die Zäune, 25 Jahre alt, würden mit Werbebannern dran bei Wind umkippen, sagt das Bezirksamt. Deswegen sei Werbung hier nicht zulässig, berichtet Präsident Matthias Heese-Steinmetz. Freymark findet das unvorteilhaft: „Dem Verein muss die Möglichkeit gegeben werden, Werbung um den Platz aufzustellen. Das müssen wir prüfen.“ Auf dem Kleinfeld hängt Werbung – an einer Steinwand, sturmsicher. Dort ist aber auch noch Platz an der Wand. Das Kunstrasen-Kleinfeld ist gerade neu. Auf der anderen Seite des Geländes wird gerade ein Bolzplatz gebaut – relativ dicht an den angrenzenden Wohnhäusern. Anwohnende fürchten um ihre Ruhe. Eine Lärmschutzwand wurde bereits hochgezogen, doch sie ist leider etwas zu niedrig. Alles lösbare Probleme, sagen Präsident und Freymark. Ein größeres Problem: zu wenig Spieler. Gerade im Jugendbereich, C-Jugend. Also hier der Aufruf mit Stammplatzgarantie. Auch Vereinsmitglieder könnten es etwas mehr sein, findet Heese-Steinmetz. Eine Mitgliedschaft ist übrigens auch ohne Beitragszahlungen möglich. Freymark wurde früher als Spieler mal vom Trainer aussortiert. Derzeit denkt er darüber nach, ein Spiel zu veranstalten, mit Politiker*innen aus Lichtenberg, Journalist*innen etc. Der Wartenberger SV zeigte sich interessiert. Freymark braucht noch Akteur*innen. Ich würde auch mitspielen – hab mal einen akzeptablen Libero abgegeben. Das Hans-Zoschke-Stadion hingegen bekommt eine neue Zaunanlage, die bis zu 120.000 Euro kosten wird. Mehr als 550 Meter lang und über 2,20 Meter hoch wird der neue Zaun nach der Fertigstellung bis Ende dieses Jahres sein. Die vorhandene Zaunanlage inklusive der Pfeiler sowie vorhandene Tore werden in Teilen erhalten, sofern dies mit dem neu geplanten Zaunverlauf vereinbar ist. Der Bezirksstadtrat für Schule und Sport, Wilfried Nünthel (CDU): „Der alte Zaun ist in keinem schönen Zustand mehr. Deshalb wird das Bezirksamt einen neuen Zaun setzen. Die neue Zaunanlage mit den dazugehörigen Einlasstoren wird dem SV Lichtenberg die Möglichkeit einräumen, bei einem Aufstieg in eine höhere Liga den steigenden Sicherheitsauflagen gerecht zu werden.“
- BERLIN IM E-PAPER -
Lizenz zum Lindern. Sandra Hildebrandt ist Pain Nurse. Sie versucht, so viel wie möglich über den Schmerz eines Patienten herauszufinden – um ihn gezielter behandeln zu können. „Wir gehen den Weg gemeinsam“, sagt sie. Bei einem Besuch in der Park-Klinik Weißensee erfährt Kollegin Julia Bernewasser, welche Methoden Hildebrandt anwendet, um Schmerzen bei Patient*innen individuell zu lindern, wenn die üblichen Schmerzmedikamente nicht mehr helfen. Unsere Gesundheitsseite erscheint jeden Montag. Unser E-Paper können Sie kostenlos probelesen, hier über diese Adresse: tagesspiegel.de Foto: Kitty Kleist-Heinrich
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- KIEZGESPRÄCH -
„Hören Sie auf, das gesellschaftliche Klima in dieser Stadt zu vergiften.“ BM Michael Grunst (Linke) fand gleich zu Beginn der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Donnerstag deutliche Worte gegen die Fraktion der AfD. Zuvor hatte er dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Kevin Hönicke seine Solidarität ausgesprochen. Dieser, hauptberuflich Mathelehrer, hatte letzte Woche, wie bereits berichtet, eine äußerst unschöne Mail erhalten. Hier nachzulesen. Dort ist auch ein weiterer Brief zu sehen, den Hönicke erhalten hat, ebenfalls äußerst unschön. In dem Brief steht auch: „Hoch lebe die AfD, die sagen die Wahrheit.“ Grunst sagte am Donnerstag weiter, die Denunziantenapp, welche die AfD heute Mittag gestartet hat, sei mit Schuld daran, dass solche Briefe geschrieben werden. „Und hier wurde eine Morddrohung ausgesprochen, mit faschistischem Hintergrund. Ich mache mir Sorgen“, so Grunst. Hönicke bedankte sich für die Solidarität der BVV. Auch die Fraktion der AfD sprach ihre Solidarität aus und verurteilte die Mail. In einer anonymen Mail wurde Hönicke als „langhaariges Stück Dreck“ und „dumme Sau“ beleidigt und ihm gedroht, er solle mit einem Viehwaggon abtransportiert werden mit den Worten: „Und dann geht’s in Richtung Osten, zum Duschen. Seife benötigst du jedoch nicht.“ Dazu soll er auf die geplante „Denunziantenliste der AfD für versiffte Lehrer“ gesetzt werden. Unabhängig davon ist er am Freitag zunächst zum Elternvertreter gewählt worden.
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Und das war es für heute. Nächste Woche übernimmt hier der Kollege Paul Lufter.
Euer

Robert Klages
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